Bist du glutenintolerant oder hast du Zöliakie? Dann ist es selbstverständlich notwendig, glutenfrei zu essen. Doch das bedeutet keineswegs, dass du zu Hause keine leckeren Backkreationen mehr zaubern kannst. Glücklicherweise gibt es heute viele Alternativen zu glutenhaltigen Zutaten. Hast du Freude am Backen und möchtest wissen, wie glutenfreies Backen am besten gelingt? In diesem Artikel teilen wir unsere besten Tipps, damit dir das glutenfreie Backen so einfach wie möglich fällt. Lies einfach weiter und entdecke alle Möglichkeiten! 

Welche glutenfreien Alternativen gibt es zu Weizenmehl? 

Ob süß oder herzhaft – Mehl ist in der Küche oft unverzichtbar. Daher zeigen wir dir zuerst, durch welche glutenfreien Mehle du klassisches Weizenmehl ersetzen kannst. Wichtig zu wissen: Bei vielen glutenfreien Rezepten liegt der Schlüssel zum Erfolg darin, mehrere Mehlalternativen zu kombinieren. Eine Mandelkuchen gelingt gut mit Mandelmehl allein, aber für andere Rezepte lohnt es sich, unterschiedliche Mehle zu mischen, um die ideale Konsistenz und den besten Geschmack zu erzielen. Es gilt also: ausprobieren und experimentieren! 

Die bekanntesten glutenfreien Mehlalternativen sind: 

Im Folgenden stellen wir dir diese glutenfreien Mehlsorten kurz vor.

Reismehl

Reismehl wird aus fein gemahlenem Reis hergestellt und ist in vielen Küchen auch als Bindemittel beliebt – es erinnert etwas an Speisestärke. Es enthält wertvolle Vitamine und Mineralstoffe und hat einen neutralen Geschmack. Dadurch ist es vielseitig einsetzbar, etwa für Pfannkuchen, Kekse, Waffeln, Gebäck oder Cracker. Ein echter Allrounder in der glutenfreien Küche. 

Mandelmehl

Mandelmehl wird aus fein gemahlenen Mandeln gewonnen und hat einen nussigen, leicht süßlichen Geschmack. Ideal für süße Backwaren, weniger geeignet für herzhafte Gerichte. Es ist schwerer als Weizenmehl, daher solltest du die Menge entsprechend anpassen – z. B. 150 g Mandelmehl statt 100 g Weizenmehl. 

Buchweizenmehl

Auch wenn der Name es nicht vermuten lässt: Buchweizenmehl ist glutenfrei. Es eignet sich hervorragend als Mehlersatz und Bindemittel – ideal für Pfannkuchen, Poffertjes, Waffeln, Wraps und Brot. Es hat einen leicht nussigen Geschmack und sorgt für eine angenehme Struktur im Teig. 

Teffmehl

Teffmehl ist ein vollwertiges, glutenfreies Mehl mit einem hohen Gehalt an Ballaststoffen, Mineralien und Vitaminen wie Magnesium, Eisen, Zink, Kalzium und Eiweiß. Es hat ein leicht nussiges Aroma, das an Haselnüsse erinnert. Du kannst es wunderbar für Brownies, Muffins, Pfannkuchen oder Kekse verwenden. 

Maismehl

Maismehl wird aus dem ganzen Maiskorn gemahlen und schmeckt leicht süßlich. Es wird oft mit Maizena (Maisstärke) verwechselt, ist aber nicht dasselbe. Während Maizena nur aus dem Stärketeil besteht, enthält Maismehl das komplette Korn. Es eignet sich gut für Maisbrot, Tortilla-Chips, Maiskekse oder Tacos. 

Hirsenmehl

Hirsenmehl ist weniger bekannt, aber sehr nährstoffreich, leicht verdaulich und glutenfrei. Es hat eine nussige, leicht süße Note und ist perfekt für Kuchen, Muffins, Kekse und sogar Brot. Ein vielseitiges Mehl, das sich lohnt auszuprobieren. 

Sorghummehl

Sorghummehl ähnelt Hirsenmehl, schmeckt jedoch neutraler. Dadurch ist es sowohl für süße als auch herzhafte Rezepte wie Kuchen, Kekse oder Brot geeignet. Es ist proteinreich und enthält viele Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe – und ist dabei oft einfacher zu finden als Hirsenmehl. 

Hafermehl

Hafer ist von Natur aus glutenfrei – im Gegensatz zu Weizen, Roggen oder Dinkel. Hafermehl hat eine leicht cremige, salzige Note und kann meist im Verhältnis 1:1 als Ersatz für Weizenmehl verwendet werden. Da es viel Flüssigkeit aufnimmt, solltest du beim Mischen gut rühren. Es eignet sich für Brot, Waffeln, Kuchen, Kekse und Müsliriegel. Für Brot solltest du es mit anderen Mehlen kombinieren und bei süßen Rezepten etwas mehr Triebmittel verwenden. 

Kokosmehl

Kokosmehl hat eine zarte, leicht süßliche Note und eine besonders feine Textur. Es schmeckt kaum nach Kokos und ist sehr ballaststoffreich – mit etwa 5 g Ballaststoffen pro Esslöffel. Beachte: Kokosmehl bindet stark und ist kein klassisches Mehl. Du brauchst davon deutlich weniger – etwa 25 g anstelle von 100 g Weizenmehl. 

Welche glutenfreien Bindemittel gibt es? 

Viele glutenfreie Mehle haben keine starke Bindekraft. Deshalb ist es wichtig, zusätzliche Bindemittel zu verwenden, um ein gutes Backergebnis zu erzielen. 

Geeignete glutenfreie Bindemittel sind unter anderem: 

  • Kartoffelstärke

  • Psylliumschalen (Flohsamenschalen)

  • Speisestärke

  • Arrowroot (Pfeilwurzelstärke)

  • Agar Agar

  • Tapiokastärke

  • Leinsamen

  • Chiasamen

  • Reismehl

  • Buchweizenmehl

  • Kokosmehl

Übung macht den Meister 

Der wichtigste Tipp: Bleib dran und experimentiere! Nicht jedes Rezept gelingt auf Anhieb, aber durch das Testen verschiedener Mehlkombinationen, Mischverhältnisse und Zutaten findest du heraus, was für dich am besten funktioniert – und am leckersten schmeckt. Kombiniere auch verschiedene Füllungen und Toppings, um dein ganz persönliches glutenfreies Lieblingsrezept zu entwickeln. 

Wichtig: Auch Werkzeuge und Geräte müssen glutenfrei sein! 

Wenn du für dich selbst glutenfrei backst, weißt du es vermutlich schon: Es dürfen keine Spuren von Gluten ins Gebäck gelangen. Wenn du jedoch für jemand anderen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit backst, ist besondere Sorgfalt gefragt. Reinige Geräte wie Mixer oder Ofen gründlich – am besten verwendest du eigene Utensilien nur fürs glutenfreie Backen. Ist das nicht möglich, achte auf eine besonders gründliche Reinigung aller verwendeten Werkzeuge. 

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