Im Sommer und Herbst gibt es viele Früchte, die sich wunderbar zu selbst gemachten Vorräten verarbeiten lassen. Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen, Aprikosen, Pflaumen oder Äpfel können eingemacht und so auch außerhalb der Saison genossen werden. Besonders beliebt sind Konfitüren und Fruchtaufstriche, aber auch Gelees, Mus oder Chutneys lassen sich auf diese Weise zubereiten.
Einmachen und Einkochen – was ist der Unterschied?
Die Begriffe Einmachen und Einkochen werden häufig synonym verwendet, bezeichnen aber unterschiedliche Verfahren.
Beim Einmachen werden die Früchte zunächst gekocht und anschließend heiß in Gläser gefüllt. Typische Beispiele sind Konfitüre, Fruchtaufstrich oder Gelee.
Beim Einkochen werden die vorbereiteten Lebensmittel dagegen in verschlossenen Gläsern nochmals in einem Wasserbad oder Einkochautomaten erhitzt. Dadurch entsteht beim Abkühlen ein Vakuum, das den Inhalt haltbar macht.
Welche Früchte eignen sich zum Einmachen?
Grundsätzlich kannst du viele reife Früchte einmachen. Besonders gut eignen sich:
- Erdbeeren
- Himbeeren und Johannisbeeren
- Kirschen
- Aprikosen und Pfirsiche
- Pflaumen und Zwetschgen
- Äpfel und Birnen
- Mirabellen
- Quitten
Auch verschiedene Früchte lassen sich miteinander kombinieren. Erdbeere und Rhabarber, Himbeere und Johannisbeere oder Apfel und Birne sind beliebte Kombinationen.
Für die Konsistenz spielt der natürliche Gehalt an Pektin und Säure eine wichtige Rolle. Pektin ist ein natürlicher Bestandteil vieler Früchte und unterstützt die Gelierung. Äpfel, Quitten und Johannisbeeren enthalten beispielsweise viel Pektin. Erdbeeren, Kirschen oder Pfirsiche gelieren dagegen weniger stark von selbst. Mit dem passenden Gelierzucker lassen sich aber auch diese Früchte problemlos zu streichfähigen Aufstrichen verarbeiten.

Gelierzucker richtig verwenden
Für Konfitüren und viele Fruchtaufstriche wird Gelierzucker verwendet. Die Angaben 1:1, 2:1 oder 3:1 beschreiben das Verhältnis von Früchten und Zucker. Bei Gelierzucker 2:1 werden beispielsweise zwei Teile Früchte mit einem Teil Gelierzucker kombiniert.
Welcher Gelierzucker am besten geeignet ist, hängt davon ab, wie süß und fest der Aufstrich werden soll. Halte dich deshalb immer an die Mengen- und Kochzeitangaben auf der Verpackung. Wird das Verhältnis einfach verändert, kann sich nicht nur die Süße, sondern auch die Konsistenz und Haltbarkeit des Aufstrichs verändern.
Auch Zitronensaft kann beim Einmachen eine wichtige Rolle spielen. Die Säure unterstützt den Gelierprozess und sorgt gleichzeitig für ein frisches Aroma. Besonders bei sehr süßen Früchten kann etwas Zitronensaft den Geschmack abrunden.
Was kann man aus Früchten einmachen?
Je nach Frucht und gewünschter Konsistenz gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Konfitüre wird aus Früchten oder Fruchtstücken und Zucker hergestellt. Erdbeer-, Kirsch- oder Aprikosenkonfitüre gehören zu den klassischen Varianten.
- Fruchtaufstriche können besonders fein und cremig sein. Dafür werden die Früchte häufig püriert und anschließend mit Gelierzucker gekocht.
- Gelee wird aus Fruchtsaft hergestellt und enthält keine Fruchtstücke. Besonders gut eignen sich dafür Früchte, die viel Saft und natürliches Pektin enthalten.
- Mus wird meist aus weich gekochten Früchten hergestellt und anschließend püriert oder durch ein Sieb gestrichen. Apfelmus oder Pflaumenmus sind bekannte Beispiele.
- Auch Chutneys lassen sich aus Früchten herstellen. Anders als Konfitüre werden sie meist mit Essig, Gewürzen und weniger Süße zubereitet und passen gut zu herzhaften Gerichten.
So gelingt eine gute Konfitüre
Wasche die Früchte gründlich und entferne Stiele, Kerne oder Steine. Größere Früchte kannst du in Stücke schneiden. Anschließend werden die Früchte entsprechend dem Rezept mit Gelierzucker vermischt und in einem ausreichend großen Topf erhitzt.
Beim Kochen sollte die Fruchtmasse regelmäßig umgerührt werden. Halte dich genau an die angegebene Kochzeit des verwendeten Gelierzuckers. Eine zu kurze Kochzeit kann dazu führen, dass die Konfitüre nicht richtig fest wird. Zu langes Kochen kann dagegen Aroma, Farbe und Konsistenz beeinflussen.
Für eine feine Konsistenz kannst du die Früchte pürieren. Bei Himbeeren oder Johannisbeeren lässt sich die Masse zusätzlich durch ein feines Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen.

Die Gelierprobe
Mit der Gelierprobe kannst du schnell überprüfen, ob die Konfitüre die richtige Konsistenz erreicht hat. Gib einen kleinen Klecks der heißen Masse auf einen kalten Teller und lasse ihn kurz abkühlen. Wird die Masse fest und läuft beim Neigen des Tellers nicht mehr schnell auseinander, ist sie in der Regel fertig.
Heiß abfüllen und richtig lagern
Die fertige Konfitüre sollte möglichst heiß in vorbereitete, saubere Gläser gefüllt werden. Achte darauf, dass der Glasrand sauber bleibt, da Frucht- oder Zuckerrückstände den Verschluss beeinträchtigen können. Verschließe die Gläser direkt und lasse sie anschließend auf einer stabilen Unterlage vollständig abkühlen.
Beschrifte die Gläser am besten mit Inhalt und Herstellungsdatum. Bewahre sie anschließend kühl, trocken und dunkel auf. Die genaue Haltbarkeit hängt vom jeweiligen Rezept, dem Zucker- und Säuregehalt sowie der hygienischen Zubereitung ab.
Nach dem Öffnen gehören die Gläser in den Kühlschrank. Bei Schimmel, Gärung, ungewöhnlichem Geruch oder anderen auffälligen Veränderungen sollte der Inhalt nicht mehr verzehrt werden.
Fazit: Früchte einfach haltbar machen
Einmachen ist eine praktische Möglichkeit, saisonale Früchte zu Vorräten zu verarbeiten. Ob fruchtige Konfitüre, Gelee oder selbst gemachter Fruchtaufstrich. Besonders schön: Die selbst gemachten Aufstriche schmecken nicht nur zum Frühstück, sondern eignen sich auch zum Füllen von Plätzchen, Torten und Hefeteigen oder zum Verfeinern von Desserts.





