Kefir, du siehst es immer häufiger in Geschäften und online. Es handelt sich um ein fermentiertes Getränk, das für seine positiven Eigenschaften bekannt ist. Doch was ist Kefir genau, wie wird Kefir hergestellt und ist er wirklich so gesund, wie viele behaupten? In diesem Artikel findest du Antworten auf all deine Fragen. Lies schnell weiter. 

Was ist Kefir? 

Kefir ist ein fermentiertes Milchgetränk, das viele Menschen wegen der möglichen Vorteile für die Gesundheit trinken. Kefir wird aus Milch und Kefirkörnern hergestellt. Diese Körner bestehen aus Bakterien und Hefen, die zusammen kleine Klümpchen bilden und optisch an kleine Stücke Blumenkohl erinnern. Kefir hat einen frischen, leicht säuerlichen und cremigen Geschmack.  

Woher kommt Kefir? 

Kefir stammt ursprünglich aus dem Kaukasus. Das Gebiet liegt an der südöstlichen Grenze Europas und am westlichen Rand Asiens. Die Menschen dort stellen seit Jahrhunderten Kefir durch Fermentation her. Früher wurde Milch in Tongefäßen oder Ziegenschläuchen aufbewahrt. Während dieses Prozesses entstand spontan eine frische, leicht säuerliche und cremige Flüssigkeit, die zudem länger haltbar war. 

Was ist fermentieren? 

Fermentieren ist ein natürliches Verfahren, das verwendet wird, um Lebensmittel länger haltbar zu machen oder ihre Nährstoffe zu verbessern. Bei Kefir wandeln Milchsäurebakterien den Milchzucker, also die Laktose, in Milchsäure um. Die Dauer der Fermentation hängt vor allem von deiner persönlichen Vorliebe ab. Eine kurze Fermentation dauert etwa 12 bis 24 Stunden und eine längere Fermentation 24 bis 48 Stunden. 

Hier findest du ein Beispiel für die Unterschiede zwischen kurzer und langer Fermentation: 

Wie schmeckt Kefir? 

Dass Kefir als gesündere Option im Vergleich zu Milch gilt, ist inzwischen bekannt. Doch schmeckt er auch gut? Viele Menschen trinken Kefir ausschließlich wegen des Geschmacks. Kefir hat eine frische, leicht säuerliche Note und erinnert an eine Mischung aus Trinkjoghurt und Buttermilch, jedoch mit einer weicheren und cremigeren Textur. Du kannst die Intensität des Geschmacks beeinflussen, indem du die Fermentationsdauer anpasst. 

Ist Kefir gesund? 

Kefir wird oft getrunken, weil ihm einige positive Eigenschaften zugeschrieben werden. Doch ist Kefir gesünder als normale Milch? Die Antwort lautet: ja. Während der Fermentation entstehen probiotische Bakterien, zusätzliche B Vitamine, Vitamin K2 und bioaktive Stoffe. Wofür ist Kefir gut? Hier findest du einige der wichtigsten Gründe, weshalb Kefir als gute Wahl gilt: 

  • niedrigerer Laktosegehalt
  • probiotische Bakterien
  • Vitamine und bioaktive Stoffe
  • natürliche Milchsäurebildung 

Ist Kefir laktosefrei? 

Kefir ist nicht komplett laktosefrei. Durch die Fermentation wird jedoch ein großer Teil der Laktose abgebaut. Je länger die Fermentation dauert, desto weniger Laktose bleibt übrig. Wenn du ein vollständig laktosefreies Produkt suchst, solltest du für die Herstellung laktosefreie Milch verwenden. 

Enthält Kefir Alkohol? 

Während der Fermentation wandeln die Hefe aus den Kefirkörnern einen Teil des Zuckers in Kohlensäure und geringe Mengen Alkohol um. In Kefir ist daher Alkohol enthalten, allerdings in einer sehr kleinen Menge. Der durchschnittliche Alkoholgehalt liegt zwischen 0,1 und 0,5 Prozent. Eine längere Fermentation kann die Alkoholmenge erhöhen. Eine kürzere Fermentation reduziert sie. Eine verschlossene Kanne fördert die Alkoholbildung, ein Gefäß mit Tuch oder locker aufgelegtem Deckel vermindert sie jedoch. 

Wieviel Kefir am Tag? 

Wenn du Kefir zum ersten Mal trinkst, solltest du die Menge langsam steigern. Für den Einstieg werden 100 bis 150 Milliliter pro Tag empfohlen. Dein Körper muss sich erst an die Probiotika gewöhnen, da eine zu große Menge anfangs zu Verdauungsbeschwerden führen kann. Sobald du dich an Kefir gewöhnt hast, kannst du die tägliche Menge auf etwa 250 bis 500 Milliliter erhöhen. Das entspricht ungefähr zwei Gläsern. Kefir hat jedoch auch eine Obergrenze, denn zu viele Probiotika und Säuren können die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen. Du solltest daher nicht mehr als einen Liter pro Tag trinken. 

Wo kann ich echten Kefir kaufen? 

Viele große Supermärkte verkaufen heute bereits trinkfertigen Kefir. Du findest ihn im Kühlregal zwischen Joghurt und Milchprodukten. Auch auf Wochenmärkten oder bei regionalen Bauern gibt es oft Kefir zu kaufen. Dieser ist häufig von besserer Qualität als Produkte aus dem Handel. Zudem findest du im Internet zahlreiche Shops, die Kefir in großer Auswahl anbieten. 

Wie wird Kefir hergestellt? 

Wenn du Lust hast, Kefir auszuprobieren, kannst du ihn problemlos selbst herstellen. Ein Vorteil des Selbermachens ist, dass du Geschmack und Konsistenz ganz nach deinem Geschmack anpassen kannst. 

Benötigte Zutaten: 

  • 500 Milliliter Milch, egal ob Kuh, Ziege oder pflanzlich
  • ein bis zwei Esslöffel Milchkefirkörner
  • eine saubere Glasflasche oder ein großes Glas
  • einen Löffel aus Kunststoff oder Holz
  • ein Käsetuch oder Kaffeefilter mit Gummi
  • ein Sieb aus Kunststoff oder Edelstahl 

Verwende beim Herstellen von Kefir keine Metalllöffel oder Metallsiebe, da diese die Kefirkörner schädigen können. 

Anleitung: 

  1. Gib die Kefirkörner in die Milch. Volle Milch sorgt für ein cremigeres Ergebnis.
  2. Decke das Glas mit einem Tuch oder Kaffeefilter ab und fixiere es mit einem Gummi.
  3. Lasse das Ganze bei Zimmertemperatur 12 bis 48 Stunden fermentieren, abhängig von deiner Geschmackspräferenz.
  4. Siebe die Kefirkörner ab und fange die fertige Kefirflüssigkeit auf.
  5. Bewahre den Kefir im Kühlschrank auf und trinke ihn innerhalb einiger Tage auf. 

Wusstest du, dass du die Kefirkörner nach dem Abseihen mit etwas frischer Milch abspülen kannst? Anschließend kannst du sie sofort wieder für die nächste Portion verwenden!